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Treseburg

...hat seinen Namen von der Treseburg. Leider sind nicht viele Überlieferungen erhalten geblieben, weiß man jedoch, dass 965 mit dem Bau begonnen wurde. Wenn man recht in der Annahme geht, ist sie jene Burg, die in den Kämpfen von Heinrich IV. mit den Sachen geschichtl. erwähnt wird (um 1080). Sie wurde 1525, während des Bauernkrieges, zerstört. Doch unter der Grasnarbe sind heute noch Burgplatz, Wälle und Gräben zu erkennen. Von den Einheimischen "Alte Burg" genannt, ist sie eine Reise in die Vergangenheit, und man kann sich vorstellen, wie hier Burgherr und gefolge lebten und flanierten.

 

"Hier ist der Welt Geräusch verklungen,

Hier leb ich dir allein, Natur;

Bis hierher ist kein Streit gedrungen,

Hier herrscht der tiefste Friede nur."

Friedrich Wilhelm Leopold Pfeil

 

Wer von Treseburg über die Felsklippe Weißer Hirsch in die Waldeinsamkeit aufsteigt, findet am Dambachhaus das Pfeilsdenkmal mit diesen romantischen Versen.

Nicht nur den Begründer der preußischen Forstakademie Eberswalde zog es in den Harz und die Umgebung von Treseburg, auch Fontane, Heine, Goethe wanderten hier, denn es liegt ein eigenartiger Zauber über diesem verwunschenen Ort hinter den sieben Bergen. Hier fängt die Bode zu laufen an und stürzt sich durch das wilde felsige Bodetal hinab und hinaus ins Vorland. Hier sind noch die Sagen wach von Hackelbergs Rast und Tutursel und den Zwergen am Alten Brak.

Hier schmecken die Forellen besonders gut und das Bier und mancher deftiger Harzer Schmaus. Hier lernt der asphaltmüde und lärmgeschädigte Großstadtmensch wieder laufen, sehen und hören, begreift die Kostbarkeit der Zeit, die man nicht hat, wenn man ihr nachjagt, sondern wenn man innehält und seinen Sinnen vertraut und all die Schönheiten der Umgebung und die Freundlichkeiten der Menschen in sich aufnimmt.

Dabei ist man beileibe nicht hinter dem Berg in diesem Bergdorf. Die Freilichtbühne Altenbrak (und das dortige Waldbad), das Bergtheater Thale und der Tierpark Hexentanzplatz sind erwanderbar wie auch die berühmte Roßtrappe. Das Forsthaus Todtenrode und die Windenhütte. Die Tropfsteinhöhlen in Rübeland. Schnell zu erreichen die Welterbestadt Quedlinburg, der alte Bischofssitz Halberstadt mit dem Domschatz, das barocke Blankenburg und das liebenswürdige Wernigerode, die Teufelsmauer bei Neinstedt, die Talsperren des Bodewerkes und der Vater Brocken ganz und gar. Hier erfährt man, dass es nicht nur einen Bodefluss gibt, sondern auch eine Luppbode, die von Stein zu Stein
neue Ansichten gewährt.

 

Wer hierher kommt, begreift, dass man in einem
Urlaub nicht alles aufnehmen kann, man muss
wiederkommen zu Burgen und Bergen, zu
Hirsch und Reh und Wildkatze - zu sich selbst.

 

 

Ortsgeschichte 

Begonnen hat alles mit dem Bergbau, der bereits 1530 entstand. Ab 1777 wurde aus der Bergmanssiedlung ein Dorf, dessen bewohner als Köhler, Holzhauer und Fischer lebten. Vor mehr als 150 jahren begannen die ersten Herbergen und Gaststätten dem ort Treseburg ein neues Gesicht zu gebe. 1890 wurde die Straße zwischen Treseburg und Altenbrak gebaut. Damit wurde der Ort Knotenpunkt für Gäste aus allen Himmelsrichtungen. um 1900 war Treseburg dann einer der beliebtesten Erholungsorte im Harz, bekam eigene Wasserleitungen und 1905 sogar ein eigenes Lichtwerk. 2002 wurde Treseburg das Prädikat Luftkurort verliehen. Hier sind heute etwa 120 Einwohner beheimatet. In der Chronikstube könne Sie Details zur Geschichte in aller Ausführlichkeit nachlesen.

 

Die Sage vom "Weißen Hirsch"

Einst ruhten sich am Waldesrand in der Umgebung des Ortes zwei Venezianer von ihrer Schatzsuche aus. Da ertönten Hörnerklang und Hundegebell. Ein Ritter von der Treseburg war auf einer seiner wilden Jagden. Plötzlich brach aus dem Dickicht ein stattlicher völlig weißer Hirsch hervor, der auf der Flucht vor seinen Verfolgern vor dem Abgrund stockte. Nur kurze Zeit konnte er verharren - der Ruf der Jagdhörner kam immer näher. So blieb dem Tier nur die Flucht steil bergab ins Tal der Luppbode. Vom Anblick des stolzen Tieres angetan, folgten die Venezianer dem seltsam farblosen Hirsch so schnell sie konnten. 

Doch im oberen Tiefenbachtal war er plötzlich verschwunden.

An jenem Ort, an dem ihn der Boden verschluckte, wurden später zahlreiche Erzadern gefunden, die viele Jahre den Rohstoff für die Eisenhütten in Thale und Altenbrak lieferten. Der Sage nach hat man den weißen Hirsch, der ein verwunschener Jäger gewesen sein soll, an jener Stelle noch viele Jahre danach am Johannestag (24. Juni) gesehen.

 

Die Sage vom "Wilden Jäger"

Vom braunschweigischen Jägermeister Hackelberg wird erzählt, dass er von einem verletzten Eber angegriffen wurde und an seinen Verletzungen starb. Aber auch im Angesicht des Todes verließ ihn seine Jagdleidenschaft nicht. Er verzichtete auf die Beichte und die letzte Ölung und entsagte seinem Seelenheil im Himmel. Mehr noch, er bat sich aus, bis zum jüngsten Tag jagen zu dürfen. In Ungande gefallen zieht er seither mit seinen Jagdknechten und der Hundemeute mit lautem und wildem Getöse durch die Luft. So erzählt man seither, wenn der Sturmwind über die Harzberge brauste, Dachschindeln herunterriss, an den Fenstern und Türen rüttelte, ja ganze Baumriesen entwurzelte, dass der Wilde Jäger wieder mit seiner Meute unterwegs sei und sein Unwesen triebe. 

Ein Zimmermann will ihn gesehen haben, reitend auf einem kopflosen Rappen, gefolgt von einer Schar Jäger, Weibern und Hunden, die allesamt einen furchterregenden Lärm machten, der nur von dem Jagdhorn des Wilden Jägers übertönt wurde. Dieser Ton des Horns gehe durch Mark und Bein.

 

 

Karte Treseburg - Altenbrak 

 

[Karte Treseburg - Altenbrak Gross (4 MB)]